[english below]
All das mag ich
All das mag ich
Aber hier leben, nein danke
Aber hier leben, nein danke
(Tocotronic/ Aber hier leben, nein danke)
Was macht einen Ort oder eine Gesellschaft lebenswert? Was ist für ein lebenswertes Leben notwendig? Wer oder was hindert uns daran unser Leben so zu führen, wie wir es gerne würden? Welche Institutionen engen uns ein und pressen uns in ein Korsett aus gesellschaftlichen Normen und Wertvorstellungen, in die wir so gar nicht passen wollen? Wo können wir uns selbstverwirklichen? Wie können wir uns gemeinschaftlich organisieren und Freiräume erstreiten?
Das sind alles Fragen, die wir uns regelmäßig stellen und die wir mit den kritischen Einführungstagen ein bisschen näher beleuchten wollen.
Vielleicht geht es dir ähnlich, deswegen haben wir auch ein paar Fragen an dich:
Dein Freund ist mal wieder ein richtiges Arschloch? Du musst deinen Typen in der WG hinterherputzen? Es fällt dir schwer als cis–Mann deine Gefühle zu kommunizieren oder wirst ausgelacht, wenn du sie zeigst? Dann komm zu unserem Vortrag zur kritischen Männlichkeit!
Du passt nicht in die gängigen Schubladen der cisheteronormativen Gesellschaft? Die Rollenbilder, die die Gesellschaft von dir erwartet kotzen dich an? Du suchst einen Raum, wo du so sein kannst wie du bist, oder wie du über Ausprobieren herausfinden kannst, wie du bist? Du suchst Menschen, die ähnliche Fragen bewegt? Dann bist du bei der monatlich stattfindenden Queerbar richtig!
Du willst dich organisieren, aber weißt noch nicht so richtig, wie das mit diesen ominösen Plena funktoniert? Ob im Familien-, Seminarkontext oder sonstwo – du wünschst dir Strategien, wie du auch mal zu Wort kommen kannst und wie eine Gesprächskultur auf Augenhöhe stattfinden könnte? Besuche doch den
Nemo-Workshop „Überleben auf Plena – eine gute Entscheidung!“
Du willst Chemnitz kennenlernen, aber mal nicht aus der langweiligen Touri-Perspektive? Es wird Stadtrundgänge zum Thema Stolpersteine, Postkolonialismus oder Neofaschismus in Chemnitz geben.
Dich kotzt es an, dass es noch immer „Zigeunerschnitzel“ in der Mensa gibt? Beim Familientreffen äußert sich schon wieder der eine Onkel rassistisch und du weißt nicht, wie du am Besten darauf reagieren sollst? Warum soll man nicht mehr das N-Wort verwenden? Der NDC Workshop „Ich bin ja kein Nazi, aber…“ liefert Basiswissen zu Alltagsdiskriminierung, reaktionär-autoritären Strömungen und Neonazismus und damit die passenden Antworten.
Du und/oder deine Freund*innen sind von rassistischer Gewalt und Diskrimminierung betroffen? Ihr sucht Hilfe oder Ratschläge? Dafür haben wir den Workshop von der Opferberatung RAA für euch organisiert.
Du bist neben dem Studium darauf angewiesen arbeiten zu gehen? Kenn deine Rechte! Lass dich nicht ausbeuten! Deine Rechte erklärt dir die FAU Halle beim Workshop „Jung und billig in Chemnitz– Gegen Ausbeutung im Minijob“
Fahrrad kaputt und kein Werkzeug? Du brauchst ein Neues Rad, hast aber kein Geld? Dann schieb‘ deinen Drahtesel zur Fahrradselbsthilfewerkstatt Dr. Radinger!
Staat, Nation, Kapital – scheiße! Doch wie könnte es besser aussehen? Wie können wir uns abseits von Verwertungslogik, Heterocissexismus, Rassismus und anderen Herrschaftsverhältnissen organisieren? Mit Futur 2 beim Workshop „Zukunftsbilder“ könnt ihr die Utopie konkretisieren! Wie in vielen Teilen der Welt bereits versucht wird, die Utopie ins Hier-und-Jetzt zu holen, könnt ihr bei der Filmvorführung mit der YaBasta-Gruppe bei Kuchen und zapatistischem Kaffee diskutieren.
Keine Frauen* in der Arbeiterbewegung? Denkt ihr bei der Abkürzung RZ zuerst an „Revolutionäre Zellen“ oder zuerst an „Rote Zora“? Frauen* nur als passive historische Akteur*innen? Nur in einer von cis–Männern geschriebenen Geschichte! Aber wie war es wirklich? Die Gruppe Feminismus-in-Szene geht mit euch bei der Veranstaltung „BOMBEN, BANDEN, SPEKULUM – feminismus forever“ spielerisch auf Spurensuche.
Ihr wollt in der Stadt aktiv werden oder habt eigene Themen, die euch beschäftigen? Dann kommt zu unserem Initiativenbasar! Dort stellen sich lokale Gruppen und Akteur*innen vor – ihr könnt Projekte und die Menschen dahinter kennenlernen und vielleicht auch schon die ersten Kontakte knüpfen.
All das spricht dich noch nicht an? Das war auch noch nicht alles! Schau doch mal in unser ausführliches Programm.
Viel Spaß bei den Veranstaltungen und bis hoffentlich bald,
eure KRETA-Crew.
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¹cis – bezeichnet Menschen, die sich mit der – bei ihrer Geburt zugewiesenen – Geschlechtsidentität identifizieren
²cisheteronormativ – bezeichnet eine Gesellschaft in der Heterosexualität und cis-Sein als „normal“ angesehen wird. Menschen, die nicht cis oder heterosexuell sind, gelten oft als „unnormal“ oder werden nicht mitgedacht
³Heterocissexismus – bezeichnet die Diskrimminierung aus dem patriarchalen heteronormativen Standpunkt gegenüber Menschen, die entweder nicht cis männlich und/oder nicht heterosexuell sind.
…*innen – Das Gendersternchen soll symbolisieren, dass Männer und Frauen, aber auch Menschen, die sich in dieser Zweigeschlechtlichkeit nicht wiederfinden – also Nonbinarys (Menschen die sich in den Kategorien von „Mann“ und „Frau“ nicht wiederfinden und Intermenschen (Menschen die die Gesellschaft schon von Geburt an nicht in die Schublade von „männlich“ und „weiblich“ stecken kann, weil sie „Geschlechtsmerkmale“ beider Geschlechter aufweisen) gemeint sind. Außerdem soll damit die gesellschaftliche Konstruiertheit von Geschlecht versinnbildlicht werden
Frau*/Mann* – auch hier soll auf die gesellschaftliche Konstruiertheit von Geschlecht hingewiesen werden.
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What makes a place or a society worth living in? What is necessary for a life worth living? Who or what prevents us from living our lives the way we would like to? Which institutions confine us and force us into a corset of social norms and values that we do not want to fit into? Where can we fulfil ourselves? How can we organize ourselves collectively and fight for freedom?
These are all questions that we regularly ask ourselves and that we want to shed a little more light on during the critical introductory days.
Maybe it’s similar to you, that’s why we also have a few questions for you:
Your friend is once again a real asshole? You have to clean up after your guys in the shared flat? It’s hard for you as a cis-man¹ to communicate your feelings or are you laughed at when you show them? Then come to our lecture on critical masculinity!
You don’t fit into the usual categories of cisheteronormative² society? The role models that society expects from you piss you off? Are you looking for a space where you can be the way you are, or where you can try to find out the way you are? Are you looking for people who move similar questions? Then the monthly Queerbar is the right place for you!
You want to organize yourself, but don’t know yet how it works with these ominous plena? Whether in a family context, seminar context or anywhere else – you want strategies on how you can have a say and how a culture of conversation could take place at equal level? Visit the Nemo-Workshop „Surviving on Plena – a good decision!
You want to get to know Chemnitz, but not from the boring tourist perspective? There will be city tours about „Stolpersteine“, postcolonialism or neo-fascism in Chemnitz.
It pisses you off that there is still „gypsy schnitzel“ in the cafeteria? At the family reunion one of your uncles expresses himself racist again and you don’t know how best to react? Why shouldn’t you use the N-word anymore? The NDC workshop „I’m not a Nazi, but…“ provides basic knowledge about everyday discrimination, reactionary-authoritarian movements and neo-Nazism and thus the appropriate answers.
You and/or your friends are affected by racist violence and discrimination? Are you looking for help or advice? Therefore we have organized the RAA victim counselling workshop for you.
Are you dependent on going to work during your studies? Know your rights! Do not let yourself be exploited! The FAU Halle will explain your rights at the workshop „Young and cheap in Chemnitz – Against exploitation in mini jobs“.
Bicycle broken and no tools? You need a new bike but don’t have any money? Then push your bike to the bicycle self-help workshop Dr. Radinger!
State, nation, capital – shit! But how could it look better? How can we organize ourselves apart from logic of exploitation, heterocissexism³, racism and other relations of domination? With Futur 2 at the workshop „Images of the Future“ you can concretize utopia! How people in many parts of the world are already trying to bring utopia into the here and now, you can discuss with the YaBasta KMS group over cake and zapatista coffee during the film screening.
No women* in the workers‘ movement? When you think of the abbreviation RZ, do you first think of „Revolutionary Cells“ or first of „Red Zora“? Women* only as passive historical actors? Only in a history written by cis men! But what was it really like? The group Feminismus-in-Szene goes with you in the event „BOMBEN, BANDEN, SPEKULUM – feminismus forever“ playfully in search of traces.
Do you want to get active in the city or do you have your own topics that interest you? Then come to our initiative bazaar! There local groups and actors introduce themselves – you can get to know projects and the people behind them and maybe already make the first contacts.
Have fun with the events and hopefully see you soon,
your KRETA-crew.
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¹cis – means people, who identify with their gender given at birth
²cisheteronormative – means that being heterosexual and being cis are labeled „normal“, but being either not heterosexual or being not cis is labeled as „unnormal“. These people are ignored or discriminated against
³heterocissexism – is the discrimination from a patriarchial cisheteronormative position against people who are not heterosexual and/or not cis
woman*/man* – the star means that gender is only a social construction